Warum mir ein Jahr als Au Pair in den USA nicht genug ist

Franziska (20) aus Kohfidisch im Burgenland, hat soeben ihr erstes Jahr als Au Pair in Amerika beendet und sich dazu entschieden, ein zweites Jahr anzuhängen. Heute erzählt sie uns wie es dazu kam und welche Tipps sie jenen unter euch geben kann, die auch mit dem Gedanken spielen zu verlängern. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Wie alles begann …

Vor ungefähr einem Jahr, kurz vor meiner Ausreise im Juli 2016, war ich mir noch ganz sicher, dass ich nach 12 bzw. 13 Monaten wieder im Flieger zurück nach Wien sitzen würde. Aus dem einfachen Grund, weil ich meinen Freund in Österreich zurückgelassen hatte.

Bereits in den ersten zwei Monaten bemerkte ich aber, dass mich das Heimweh überhaupt nicht packte und, dass mir das Land mit seiner Vielfältigkeit, meine herzliche Gastfamilie und speziell Orange County mehr gefiel als anfangs erwartet. Als die Beziehung zu meinem Freund schließlich in die Brüche ging, war ich mir sicher, dass ein Jahr USA nicht reichen würde.

Meine Familie zuhause unterstützt mich in all meinen Entscheidungen, und ich bin ihnen sehr dankbar dafür. Klar plagt mich das schlechte Gewissen, da ich nun noch ein paar mehr Feiertage und Geburtstage verpassen werde, aber vom Mond aus betrachtet, spielt das Ganze gar keine so große Rolle 😉 Sind ja nur zwei Jahre von vielen …

Außerdem weiß ich noch immer nicht, wie mein Leben nach meiner Rückkehr weitergehen soll. Die Frage aller Fragen und der Hauptgrund, warum ich ursprünglich ein ‚Gap-Year‘ einlegen wollte war: „Wenn studieren: Was? Falls nicht studieren: Was dann?“

Der Au Pair-Aufenthalt war die beste Entscheidung überhaupt. Seit ich in den USA bin, wird mir mehr und mehr bewusst, worin meine Interessen liegen. Ich glaub ganz fest daran, dass mir die Auslandserfahrung dabei hilft, mich selbst zu finden. Und ich hoffe, dass ich in den nächsten Monaten entscheiden kann, wie es für mich nach dem zweiten Au Pair Jahr weitergehen soll.

Ein weiterer Pro-Punkt auf meiner Liste ‚Warum ich verlängern sollte‘, war der Wunsch noch mehr zu reisen. Ich muss zugeben, ich bin ziemlich zufrieden mit den vielen Häkchen auf meiner ‚To-See List‘, jedoch waren diese Orte zumeist an der West Coast. Ich habe von der East Coast bis jetzt noch nichts gesehen, außer New York City.

Ich bin richtig froh, wie sich das mit der Verlängerung ergeben hat. Zuerst dachte ich, ich würde in derselben Gastfamilie bleiben wollen. Da diese aber jedes Au Pair nur ein Jahr lang behalten möchte, ist mein Traum schnell zerplatzt. Dann habe ich gehofft, eine andere Familie in der gleichen Umgebung zu finden. Irgendwie wollte ich Orange County nicht verlassen.

Und dann kam die Matching Phase …

Familien aus komplett unterschiedlichen Staaten kontaktierten mich. Ich konnte es selbst nicht glauben, aber ich war plötzlich verdammt aufgeregt etwas anderes zu sehen! Ich war superglücklich, als es dann im Endeffekt hieß: „Eine Familie aus Brooklyn würde gerne mit dir matchen.“

Und hier bin ich nun: Ein paar Wochen vor meiner Ausreise und wahnsinnig froh über meine Entscheidung. Ich bin mit meiner jetzigen Gastfamilie super zufrieden, aber ich freue mich auf die Abwechslung! Neue Leute, neuer Schedule, neue Umgebung, neue Möglichkeiten zu reisen, neue Erfahrung etc. Aus diesem Grund, waren mir neun Monate dann doch zu kurz, v.a. wenn ich daran denke, wie schnell das erste Jahr vergangen ist. Als feststand, dass ich in einer anderen Familie verlängern werde, war die Frage ob neun oder zwölf Monate gegessen: „12 months it is!“

Tipps bei der Familiensuche

Die Familiensuche lief anders ab, als beim ersten Mal. Nachdem ich nun das wirkliche Leben eines Au Pairs kannte, hatte ich andere Kriterien bei der Familienwahl. Es hat sich aber trotzdem bewährt, den Gastfamilienvorschlägen gegenüber offen zu bleiben.

Ich hatte gewisse Punkte, die mir wichtig waren, aber versteifte mich nicht zu sehr auf das Bild der ‚perfekten Gastfamilie‘. So etwas gibt es ohnehin nicht, wie ich dieses Jahr herausgefunden habe. Man lebt nun mal mit einer, zu Beginn, ‚fremden‘ Familie zusammen. Ansichten und Persönlichkeiten klaffen in gewissen Situationen auseinander, das ist ganz normal.

Ich war während der Familiensuche sehr besorgt, keine passende Gastfamilie in der ‚kurzen Zeit‘ zu finden und heim fliegen zu müssen – natürlich völliger Blödsinn wie sich herausstellte! Ich habe im Endeffekt mit dem fünften Familienvorschlag gematcht. Die Angst, die ich mir selbst gemacht habe, war komplett unbegründet. Mein Tipp: Gebt euch Zeit und vergleicht euch nicht mit anderen Au Pairs.

Außerdem empfehle ich euch, einen neuen Host Family Letter zu schreiben. Die Agentur schreibt das zwar nicht vor, aber man darf einen Neuen verfassen. Mir persönlich war es wichtig mein Profil zu aktualisieren.

Ich hoffe meine Tipps bewähren sich und ich verbringe ein schönes, zweites Jahr mit meiner neuen Gastfamilie an der Ostküste. Euch da draußen wünsche ich nur das Beste. Ich hoffe, ihr trefft für euch die richtigen Entscheidungen.

Grüße aus Südkalifornien,

Franziska

 

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