Mehr als 10 Dinge, die nur Meike am Santa Barbara City College passieren

Meike hat am Study Abroad Programm teilgenommen und war für zwei Semester am Santa Barbara College, wo sie viele Kurse belegt hat und besonders ihrer Leidenschaft des Tanzens nachging. Sie ist im Übrigen auch auf einigen AIFS Fotos in der neuen Broschüre zu sehen.

Auf ihrem Blog „gingerontour.blogspot.de“ hat sie eine sehr amüsante Zusammenfassung ihrer Collegekurse, mit Zitaten von Lehrern, Kommilitonen, und ihren Freunden erstellt. Wir haben die besten rausgepickt und ihr noch ein paar Fragen gestellt.

1. Drawing “Just plug in music and pretend to be super busy“
Hier haben wir 5 Stunden am Stück an unseren Zeichenboards gesessen! Irgendwann konnte man echt keinen Kohlestaub mehr sehen, aber es kamen meist sehr schöne Ergebnisse bei raus!

2. Social Ballroom „Watching you is worse than going to the dentist“
Ja, unsere Professorin war nicht immer begeistert von unserer Performance. Jugendliche von heute sind nämlich „steif und wissen nicht, wie man Spaß hat“…Jaja Sie selber war nämlich schon 79, aber hatte ganz schön den Schalk im Nacken!

3. Modern Dance I „Holy shit, where is your leg going??“  „Sorry I’m late, I just had to finish my oatmeal first…and my coffee“ „Meike, would you like some raisins?“
„Meike, would you like some raisins?“
Modern Dance! Mein Lieblingskurs. Schöne Choreographien, schöne Musik und einen unglaublich talentierten und qualifizierten Professor! Trotzdem kamen irgendwie aber immer alle zu spät…Carolyn hat mir immer irgendwelches Essen geschenkt, meistens Rosinen. Man fragt sich warum, aber ich beschwer mich mal nicht!

4. Astronomy „Newton’s universal law of deliciousness.“
Astronomie war “a hot mess”, mein Professor war so verpeilt aber auch so witzig und hat uns jede Formel mit einem neuen Song nahegelegt. Für „Astronomy-related“ Songs die man ihm schickte, bekam man sogar extra credits!

5. Ballet „There is no maybe in ballet. It is either right or wrong!“
Hier lernt man besser seine Vokabeln und übt die französische Aussprache

6. Archaeology „Short answer yes, long answer no.“
Ein wahrscheinlich recht ungewöhnlicher Kurs, in dem man viel über Theorien zu Kulturwandeln lernt, aber auch regelmäßig zu „Game of Thrones“ gespoilert wird.

7. Jazz I You guys emailed me? Sorry I never check my pipeline I have like 10 different accounts“
Wie man sieht auch wieder sehr verpeilt, aber so witzig! Tanzen um 8 Uhr morgens, was gibt es besseres?! Meine Professorin hat mich am Anfang immer „Garlic“ genannt…Ich glaube bis heute, dass sie sich im Gewürz vertan hat und eigentlich Ginger meinte…

8. Painting „Are you sure you can’t open your white or are you just trying to make me feel better? If so, I really appreciate it.“
Ölmalerei würde dieser Kurs wohl auf Deutsch heißen. Hier war ich umgeben von Picassos und Leuten, die ein Bild von einer Mülltonne als Selbstportrait abgeben.

9. Black Holes and the Universe „I know the mind blocks out trauma, but we went over this in class!“ „I will tell you everything I know about particle physics, which is basically nothing.“
Noch nie so viele Nerds auf einem Haufen gesehen…zu dem ich aber schon sehr bald dazu gehörte, um bei der Wahrheit zu bleiben!

10. Collective Dance Concert „I can’t even do it myself, but I took a screenshot of someone else doing it!“
In diesen „Kurs“ kommt man nur, wenn man in den Auditions ausgewählt wird. Die sind meistens im November. Also: gebt euer Bestes, denn es lohnt sich!

11. Stretching and relaxation „I had to teach 3 stretch classes yesterday, I was so relaxed I couldn’t stand it!“
Hier hat man öfter mal den Kommentar “and when comes the relaxing part?” aus der letzten “Yogamattenreihe” gehört.

Was Meike noch so belget hat: Exploration of Dance, Astronomy Lab, Jazz & Modern II & III

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Interview:

Du warst ein Semester am Santa Barbara City College (direkt am Strand, unter der Sonne, zwischen Palmen und Meer) und hast noch ein Semester verlängert, sehr vorbildlich und völlig zu Recht. Ich hätte jetzt gefragt warum, aber eigentlich erübrigt sich die Frage. Gut. Zweitens:

Ey ey hier muss ich mich einmischen! Ich habe nicht wegen Sonne, Strand und Meer verlängert, sondern wegen geliebten Freunden und Collegekursen, tollen Professoren und Santa Barbara als Stadt, in der ich mich einfach zu Hause gefühlt habe…

Wie wir sehen hast du eine Bandbreite an Kursen belegt – sehr viel Tanz zum Beispiel (kein Mathe oder Französisch). Machst du ganz gerne, ne? Tanzen. Demzufolge: Was hast du über dich und den Sinn des Lebens selbst gelernt? #siri

Oh ja, Tanzen mag ich sehr, vor allem, weil ich einen sehr qualifizierten Professor hatte, der selber schon Solos im Lincoln Center in NYC getanzt hat, so einen findet man so schnell nicht wieder! Außerdem ist Santa Barbara einfach eine Metropole für Tanz und Theater (little Hollywood). Dort habe ich neben Technik aber auch sehr viel über Körperanatomie und allgemeine Gesundheit gelernt. Durch Astronomie habe ich mir angewöhnt, jeden Abend Jupiter am Himmel zu suchen, oder die Nächte mit Tee „durch zu machen“, um Mondfinsternisse zu beobachten. Dort lernt man tatsächlich auch etwas über den Sinn des Lebens #42. Z.B. Die „Law of Entropy“, die besagt, dass Unordnung im Universum mit der Zeit nur zunimmt, warum also noch Küche aufräumen, das spricht gegen das Time/Energy Uncertainty Principle! Naja ansonsten lernt man natürlich das eigenständige Leben- kochen, putzen, einkaufen. Aber auch den offenen Umgang mit ganz neuen Leuten aus anderen Ländern oder gewisse Probleme „ganz erwachsn“ zu lösen: Ich bin zum Beispiel einmal umgezogen, einmal wurde meine Kreditkarte gehackt, einmal musste ich Kurse umwählen und einmal hat meine Mitbewohnerin meine Schokolade gegessen. Schwierige Situationen des Alltags, die man aber alle alleine geregelt hat!

Wie sah dann ein ein typischer Tag in deinem College Leben aus?

Ein typischer Tag am College war für mich tatsächlich recht lang, weil ich viel mehr Kurse belegt habe, als eigentlich üblich, es sieht also nicht immer so aus! Aber ich konnte mich eben nicht entscheiden! Jedenfalls bin ich meistens um 6:30am aufgestanden und habe gefrühstückt, während meine Mitbewohnerinnen (gefühlt) gerade erst schlafen gegangen sind. Wenn ich Zeit hatte, bin ich die wunderschöne State Street lang zum College geradelt. Wenn nicht, dann unter der Highway Brücke durch. Um 8 Uhr saß ich dann z.B. in Astronomie und habe eine Lecture über gar nicht so leckere „Spaghettification“ und gar nicht so schön gezeichnete Schrödinger´s Cats („doesn´t matter, I´m gonna kill it anyway“) gehört, von einem Professor, der stets in Star Trek T-shirts oder Alienmützen gekleidet war. Naja, dann hatte ich erstmal eine lange Pause, in der ich mich oft mit anderen AIFS-lern zum Mittag in der Cafeteria getroffen habe, wo neue Geschichten von Gasteltern (die darüber diskutieren wer „the current King of Germany“ ist), Mitbewohnern und natürlich Professoren ausgetauscht wurden. Danach gab es für mich erstmal meine geliebten 5 Stunden Tanzen, juhu! Neben dem Tanzen an sich gab es viel Technik üben und Pirouetten drehen. Wenn ich Pech hatte gab es zu den Sit ups noch Liegestützen dazu. Hmpf. Fertig mit Tanzen war es dann schon etwa 5:30pm, also schnell nach Hause radeln, essen und dann weiter in die Santa Barbara Mountains zum Astronomy Lab. Dort haben wir die ersten 1,5h im Planetarium z.B. neue Sternenkonstellationen gelernt, die wir danach draußen mit den Teleskopen des SB Natural History Museums genauer untersucht haben. Um etwa 10:30pm war ich dann zu Hause und habe noch etwas Zeit mit meinen Mitbewohnerinnen verbracht. An meinem Geburtstag haben sich mich damals sogar noch mit einem riesigen Schokokuchen überrascht- was gibt es um 23 Uhr besseres?!   Aber natürlich läuft aber nicht jeder Tag so ab! In meinem ersten Semester war ich oft schon mittags zu Hause und war mit meinen Mitbewohnern/Freunden auf der State Street, am Strand oder bei Yogurtland (wobei Yogurtland eigentlich meistens auf dem Heimweg abgehakt wurde.

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Und jetzt zurück in Deutschland? Läuftst du aus Prinzip in FlipFlops rum?

Also inzwischen habe ich in Deutschland ja auch mit dem Studium( „Human Movement Science“) angefangen. Eigentlich wollte ich nach Santa Barbara gerne Astronomie studieren, aber das gibt es in Deutschland nicht als eigenständigen Studiengang. Am Studium an sich ist vieles ähnlich: Früh aufstehen, Lectures, zu Hause Texte lesen; Meine Kurse sind sogar auch auf Englisch, das wollte ich nach meinem Jahr am College gerne. Allerdings ist es doch um einiges weniger witzig und man steht morgens nicht mit der gleichen Motivation/ Vorfreude auf. Ein typischer Tag heute besteht eigentlich nur aus 8 – 16 Uhr Vorlesungen und den Rest des Tages Lesen und Nachbearbeitung. Dann natürlich Regen und Kälte. Aber es gibt auch Lichtblicke, z.B. wenn man mit den Freunden in Amerika skypet, Freistunden mit Mitstudenten in der Cafeteria verbringt, am Wochenende die Familie besucht oder auf den Weihnachtsmarkt gehen kann (das einzige, mit dem Deutschland meiner Meinung nach gegen Kalifornien ankommen kann. Obwohl… mehr Wasser haben wir auch.
An einem typischen Tag zurück in Deutschland wünscht man sich letztendlich aber immer zurück nach Santa Barbara.

Was möchtest du zukünftigen Study Abroad Teilnehmern mit auf den Weg geben?

Ich bekomme oft ganz panische Nachrichten von neuen Teilnehmern oder ihren Eltern, die mich nach ganz vielen Details fragen. Ich kann dazu nur sagen: Macht euch jetzt keinen Stress und versucht nicht, alles vorab perfekt geplant zu haben! Klar, Visum und Pass sind wichtig, aber eigentlich kommt doch immer alles anders und vieles ergibt sich vor Ort von ganz alleine. Auch mit dem Packen ist es ja so, dass man zur Not alles da kaufen kann- sowieso solltet ihr unbedingt Platz im Koffer lassen! Man sammelt dort so viel an (ich könnte gar nicht sagen, wie viele Santa Barbara Tassen ich vor meiner Abreise geschenkt bekommen habe!) und will vielleicht auch seine Bücher als Andenken behalten. Wenn ihr Fragen habt, wird einem immer sehr schnell und freundlich geholfen, deshalb fragt lieber sofort und wartet nicht, bis das Semester zu Ende ist! Allgemein: Beschäftigt euch ein bisschen mit dem gesamten Angebot am College und belegt Kurse, die ihr sonst nie wieder belegen könntet, egal wie „ungewöhnlich“ sie sind. Und belegt Sport- oder Theaterkurse, denn da findet man die meisten Freunde! Macht von Anfang an viel mit euren Mitbewohnern, sonst bereut man es am Ende, wenn man zusammengewachsen ist und dann alle wieder fahren. Es ist auch immer gut, die genauen Class descriptions zu lesen, bevor ihr euch in einen Kurs einschreibt. Sehr viele schreiben Tagebuch oder führen einen Blog, das ist dann für einen selbst in 10 Jahren noch eine schöne Erinnerung! Ansonsten kann ich nur sagen: Freut euch, denkt an Sonnencreme und genießt die Zeit! Ein Semester geht so schnell rum, deshalb vergesst nicht, die wenigen Wochenenden mit schönen Ausflügen oder gemütlichen Abenden zu verbringen- die Erinnerungen bleiben einem länger als die an perfekt vollständige Hausaufgaben, trust me.

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