LIVE #4: Und wie geht es danach weiter?

Mal ehrlich, wer weiß schon ganz genau, was nach der Schule als nächstes ansteht? Au Pair-Teilnehmerin Sandra hat sich mit dieser Frage beschäftigt.

Hallo ihr Lieben,

Sandra in San Francisco

mein Name ist Sandra Grube, ich bin 19 Jahre alt und direkt nach meinem Abitur 2014 nach Amerika gegangen. Mittlerweile lebe ich 6 Monate in der Nähe von Seattle,WA und fühle mich nach wie vor sehr wohl bei meiner tollen Gastfamilie.

Warum ich als Au Pair nach Amerika gegangen bin? Klar, die Sprache zu lernen ist ein wichtiger Grund gewesen. Aber auch das Reisen, die Arbeit mit Kindern und ein wöchentliches Taschengeld haben meine Entscheidung beeinflusst.

Hinzu kam, dass ich noch keine Ahnung hatte, was ich studieren möchte oder wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Okay, ein paar Ideen hat man natürlich. Aber das war weder sicher, noch hätte es mir im Arbeitsalltag wirklich Spaß gemacht.

Mein Au Pair Jahr ist nicht nur ein kultureller Austausch oder eine Möglichkeit die USA zu sehen. Es ist auch eine Art “Selbstfindungsjahr” für mich.

Ich habe mich in letzter Zeit sehr viel mit meiner Zukunft beschäftigt. Es wurde mir wieder einmal auf’s Neue klar, dass ich mit Amerika die richtige Entscheidung getroffen habe.

Mir schwirren so viele offene Fragen im Kopf herum.

Bleibe ich noch 1 Jahr länger in Amerika und gehe zu einer anderen Gastfamilie? Oder verlängere ich nur 6 Monate, oder gar nicht? Wo studiere ich und WAS?

Wenn ihr mich mal ein bisschen träumen lasst, sieht meine Zukunft so aus: Ich beende mein Jahr in Amerika im September, fliege direkt von hier nach Australien um 6 Monate als Au Pair zu arbeiten und anschließend 6 Monate zu reisen. Danach fliege ich zurück nach Deutschland, studiere Internationales Tourismusmanagement, mache vorher noch ein Praktikum bei Reiseveranstaltern bzw. arbeite bei einer Airline. Während meines Studiums möchte ich unbedingt ein Auslandssemester an einer amerikanischen Universität machen und meine Gastfamilie wieder besuchen.

Ich möchte mein Französisch aufbessern und Spanisch lernen. Mit den 4 Sprachen die ich dann sprechen könnte, hätte ich sehr gute Karten in der Tourismusbranche. Ich würde in einem großen Reiseunternehmen arbeiten und durch meinen Job die Welt bereisen.

Tja… da haben wir es schon: Reisen. Ich habe hier so viele neue Leute kennengelernt, aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt. Sei es Vietnam, Brasilien, Italien, Südafrika, Mexiko oder Schweden. Meine Liste mit Ländern die ich sehen möchte wird länger.

Indem man sich neuen Herausforderungen stellt und mit Menschen in Kontakt kommt, die eigentlich nicht deine Muttersprache sprechen, die nicht in deinem Alter sind oder die nicht aus deiner sozialen Schicht stammen, lernt man die Welt mit anderen Augen zu sehen und man wächst, menschlich gesehen. Die Intoleranz und Engstirnigkeit im Denken mancher Deutscher vermisse ich hier gar nicht.

Ich würde mich selbst als weltoffen, neugierig auf andere Kulturen und abenteuerlustig beschreiben. Ich würde jede Weltreise sofort spontan mitmachen.

Doch dann kommt das große ABER… Aber wann willst du denn dann mal anfangen zu studieren? Aber du musst doch danach zurück kommen und was richtiges machen, sonst bist du zu alt. Aber du musst doch auch mal an deine Zukunft denken! – Ja genau, an meine Zukunft denken. Genau das mache ich hier und ich merke selber, wie ich mich weiter entwickele und genauere Vorstellungen bekomme. Und wer sagt eigentlich, dass ein Auslandsjahr nichts “richtiges” ist? Wer bestimmt überhaupt was richtig und falsch ist?

Ich nehme mir meine Zeit, bin aber trotzdem noch typisch Deutsch. Ich habe gelernt, dass alles vorgeplant, pünktlich und abgesichert sein sollte. Vorsorge hier, Bürokratie da. Klar ist das auch irgendwo wichtig, aber man sollte auch einfach mal unbeschwert sein können. Ein Auslandsjahr ist definitiv eine Schule für’s Leben. Manche nutzen diese Chance mehr, manche weniger.

Welche Erfahrungen ich bis jetzt gemacht habe und wie es dazu kam, dass ich in den ersten drei Monaten schon 7 Staaten gesehen habe, lest ihr hier: sandrasblogusa.wordpress.com

Liebe Grüße, Sandra 🙂

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