LIVE #14: Die Highlights der Westküste in 7 Tagen

Liebe Au Pairs, euch geht es wie mir, wenn ihr irgendwann während eures Jahres im Ausland festgestellt habt, wie groß Amerika eigentlich ist und wie unmöglich es scheint, in zwei Wochen bezahltem Urlaub das zu sehen, was auf der To-do-Liste eurer Reise steht. Da ich als Au Pair in Boston arbeite, hatte ich wenigstens schon einen Eindruck vom Leben an der Ostküste der USA bekommen. Für meine zweite Urlaubswoche, die ich im April hatte, wollte ich mehr und vor allem Anderes sehen. Die Westküste sollte es sein. L.A., Las Vegas und nicht zu vergessen den Grand Canyon, den ich seit meiner Kindheit von einem Foto, das in unserem Wohnzimmer in Deutschland hängt, kannte. Nur wie sollte ich das alles in nur 7 Tagen und mit einem beschränkten Budget auf die Reihe bekommen.

Während meinen ersten Überlegungen, erinnerte ich mich an einen Flyer, den ich bei den Orientation Days in New York am Anfang meines Jahres bekommen hatte. „Trek America“, so heißt der Reiseveranstalter, der 20% Preisnachlass für Au Pairs verspricht.  Nach kurzer Recherche hatte ich eine passende Reise gefunden. Die Reise „Western Wonder“ versprach in sieben Tagen, die Highlights der Westküste in einem Minivan abzufahren. Für rund $700 plus Flugkosten hatte ich die Reise schnell gebucht und war gespannt, was und vor allem wer mich erwarten würde.

Grand Canyon 3

Im April bin ich also von Boston nach Los Angeles geflogen und war bereit für mein großes Abenteuer. Das erste Zusammentreffen mit der Gruppe war prima und schon nach wenigen Stunden war ich richtig erleichtert und froh, dass ich mich getraut hatte, alleine zu reisen.

Über unseren ersten Stopp in L.A. kann ich euch wirklich kaum etwas berichten. Mehr als 30 Minuten am Walk of Fame und zehn Minuten am Aussichtspunkt des berühmten Hollywood Sign habe ich von Los Angeles nicht sehen. Enttäuscht war ich nicht, denn ich hatte nicht das Gefühl, sonderlich was zu verpassen.

Mehr genossen habe ich das Zelten am Flussufer des Colorado Rivers. Einen ruhigeren Ort habe ich in meinem Leben noch nie zuvor gesehen. Bei Marshmallows am Lagerfeuer hat sich die Gruppe unterhalten, und ich war einfach nur froh, dass das erst der Anfang der Reise war.

Bevor es nach einem leckeren Frühstück am nächsten Morgen zum Grand Canyon ging, wurden noch schnell ein paar Fotos von der London Bridge geschossen, die ein Verrückter für etliche Millionen nach Amerika hat schiffen lassen.

Grand Canyon 2

Später am Tag sah ich ihn endlich, den Grand Canyon, in Wirklichkeit tausend Mal schöner als das Bild, das ich aus meinem Wohnzimmer kannte. So richtig wusste ich gar nicht, was ich fühlen oder sagen sollte oder von welcher Ecke ich das erste Bild schießen sollte. Nach einer Wanderung haben wir den Tag mit Pizza und Sonnenuntergang, am für mich schönsten Ort der Welt, ausklingen lassen.

Grand Canyon 1

Am darauffolgenden Tag sind wir über die Route 66 nach Las Vegas gefahren und haben unterwegs am bekannten Hoover Damm einen Stopp eingelegt. Anders als erst gedacht, gefiel mir Las Vegas wirklich gut. Die Stadt ist einfach so schwer zu begreifen und man fühlt sich permanent wie in einem verrückten Traum. Nach gemeinsamen Abendprogramm war ich mir entgültig sicher, neue Freunde gefunden zu haben

Las Vegas

Unser nächstes Reiseziel, der Yosemite Nationalpark, erwartete uns mit Regen, Kälte und sogar etwas Schnee. Wenngleich ich erst enttäuscht war, dass wir wegen der Wetterverhältnisse nicht das volle Touriprogramm durchziehen konnten, bin ich froh den wunderschönen Park unter ganz besonderen Umständen gesehen zu haben.

Yosemite 3

Yosemite 1

Als letztes Reiseziel stand San Franzisco auf dem Plan. Durch die begrenzte Zeit habe ich  außer der Golden Gate Bridge und dem Pier 39 leider nicht viel gesehen. Trotzdem kann ich sagen, dass die Stadt besonders und sehenswert und mit Sicherheit einen Besuch wert ist. Abschied von meinen neuen Freunden zu nehmen, fiel mir, nach einer Woche Beisammensein, wahnsinnig schwer. Die Reise hat sich für mich gelohnt, wenngleich ich von den meisten Orten nur einen Vorgeschmack bekommen habe.

Golden Gate

Liebe Au Pairs, wenn ihr also Lust habt, neue Freude zu finden, zu Lachen, zu Staunen, zu Laufen und danach zu Entspannen, kaum zu schlafen aber dafür die Nacht durchzutanzen, dann seid ihr hier richtig. Ich verspreche euch, ihr werdet euer kleines Abenteuer zwischen all dem Windeln wechseln und Pflästerchen kleben, finden.

Nathalie, Au Pair in Boston

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.